Was kostet eine GmbH-Gründung in der Schweiz?

Inhaltsangabe

Wer nach Informationen zum Thema GmbH gründen Schweiz sucht, findet schnell sehr unterschiedliche Preisangaben. Der wichtigste Punkt gleich zu Beginn: Das Stammkapital von mindestens CHF 20’000 ist nicht dasselbe wie die eigentlichen Gründungskosten. Es ist Kapital der GmbH und keine Gebühr. Zusätzlich fallen jedoch echte Ausgaben an, etwa für Notariat, Handelsregister, Beglaubigungen, Bank und gegebenenfalls Beratung.

GmbH gründen Schweiz: Stammkapital ist nicht gleich Gründungskosten

Bei der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung in der Schweiz braucht es ein gesetzlich vorgeschriebenes Stammkapital von mindestens CHF 20’000. Dieser Betrag muss vollständig einbezahlt oder durch Sacheinlagen gedeckt sein. Er wird vor der Gründung in der Regel auf ein Kapitaleinzahlungskonto überwiesen und nach dem Handelsregistereintrag für die GmbH freigegeben.

Wichtig ist: Dieses Kapital verschwindet nicht als Kostenblock. Es gehört nach der Gründung der GmbH und kann für geschäftliche Zwecke verwendet werden, zum Beispiel für Miete, Waren, Löhne, Software oder erste Investitionen. Natürlich sollte es nicht beliebig ausgegeben werden, denn die GmbH braucht genügend Liquidität.

Beim Thema GmbH gründen Schweiz ist es deshalb wichtig, das Stammkapital klar von den eigentlichen Gründungskosten zu unterscheiden. Diese entstehen für Leistungen und Gebühren, die im Zusammenhang mit der Gründung bezahlt werden müssen. Dazu gehören insbesondere öffentliche Gebühren, notarielle Leistungen und allenfalls Kosten für einen Gründungsservice oder eine rechtliche Beratung.

Als grobe Orientierung nennt Jurata für eine einfache GmbH-Gründung externe Gründungskosten von ungefähr CHF 1’500 bis CHF 4’000 ohne Stammkapital. Solche Beträge sind Richtwerte. Sie können sich je nach Kanton, Situation und gewähltem Anbieter verändern und sollten vor einer Entscheidung aktuell überprüft werden.

Welche Kostenblöcke entstehen bei der GmbH-Gründung?

Die Gesamtkosten einer GmbH-Gründung setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Nicht jeder Baustein fällt in jedem Fall gleich hoch aus. Gerade deshalb lohnt es sich, Angebote nicht nur nach dem Einstiegspreis zu vergleichen.

Stammkapital: mindestens CHF 20’000

Das Stammkapital beträgt mindestens CHF 20’000. Es kann von einer oder mehreren Personen eingebracht werden. Bei einer einfachen Bargründung wird das Kapital auf ein spezielles Kapitaleinzahlungskonto überwiesen. Die Bank bestätigt die Einzahlung, und diese Bestätigung wird für die Gründungsunterlagen benötigt.

Bei einer Sacheinlagegründung wird kein oder nicht nur Geld eingebracht, sondern zum Beispiel ein Fahrzeug, Maschinen oder andere Vermögenswerte. Das kann die Gründung komplexer machen, weil zusätzliche Dokumente, Bewertungen oder Verträge nötig sein können. Dadurch steigen oft auch die Beratungskosten.

Öffentliche Gebühren und Beurkundung

Eine GmbH entsteht erst mit dem Eintrag ins Handelsregister. Vorher müssen die Gründungsdokumente erstellt und öffentlich beurkundet werden. In der Praxis entstehen dabei Kosten für verschiedene Stellen und Arbeitsschritte.

Typische Kostenpositionen sind:

  • Handelsregistergebühren für die Eintragung der GmbH
  • Notariatskosten für die öffentliche Beurkundung
  • Beglaubigungen von Unterschriften oder Dokumenten
  • Gebühren für zusätzliche Auszüge oder Bescheinigungen
  • Kosten für besondere Dokumente bei komplexeren Gründungen

Die Höhe dieser Kosten kann je nach Kanton unterschiedlich sein. Auch der Umfang der Unterlagen spielt eine Rolle. Eine Standardgründung mit einer einzigen Gesellschafterin oder einem einzigen Gesellschafter ist meist einfacher als eine Gründung mit mehreren Beteiligten, speziellen Stimmrechten oder Sacheinlagen.

Bank, Beratung und Gründungsservice

Für die Kapitaleinzahlung wird ein Kapitaleinzahlungskonto benötigt. Banken können dafür Gebühren verlangen. Teilweise hängen diese Kosten vom gewählten Bankpaket oder von zusätzlichen Dienstleistungen ab.

Viele Gründerinnen und Gründer nutzen zusätzlich einen Gründungsservice. Dieser erstellt Dokumente, koordiniert Abläufe und hilft dabei, formale Fehler zu vermeiden. Je nach Anbieter sind Notariatskosten, Handelsregistergebühren oder Beratung bereits enthalten oder werden separat verrechnet.

Auch eine individuelle Rechts- oder Steuerberatung kann sinnvoll sein, etwa bei mehreren Gesellschaftern, besonderen Beteiligungsverhältnissen, Sacheinlagen oder wenn bereits Verträge mit Kunden, Mitarbeitenden oder Investoren geplant sind. Solche Leistungen erhöhen zwar die Gründungskosten, können aber spätere Probleme vermeiden.

Warum die Gesamtkosten je nach Fall variieren

Es gibt keinen einzigen Preis, der für jede GmbH-Gründung in der Schweiz passt. Die Spanne entsteht, weil die Ausgangslagen unterschiedlich sind. Eine einfache Bargründung mit Standardsatzung ist meist günstiger als eine Gründung mit mehreren Gesellschaftern, Sacheinlagen oder individuellen Vertragsklauseln.

Auch kantonale Unterschiede können eine Rolle spielen. Handelsregisterämter, Notariate und Abläufe sind nicht überall gleich organisiert. Hinzu kommt, dass private Dienstleister ihre Preise unterschiedlich kalkulieren. Manche werben mit einem niedrigen Grundpreis, rechnen aber Gebühren oder Zusatzleistungen separat ab.

Die wichtigsten Kostentreiber sind:

  • Anzahl Gesellschafterinnen und Gesellschafter
  • Bargründung oder Sacheinlagegründung
  • Standardstatuten oder individuell angepasste Statuten
  • Kanton des Sitzes der GmbH
  • gewünschte Geschwindigkeit der Abwicklung
  • Umfang der rechtlichen oder steuerlichen Beratung
  • enthaltene oder ausgeschlossene Amts- und Notariatsgebühren

Ein günstiger Preis kann also passend sein, wenn die Gründung wirklich einfach ist und alle notwendigen Leistungen enthalten sind. Er kann aber weniger attraktiv sein, wenn später mehrere Zusatzkosten dazukommen.

Gründungsservices aus Kostensicht betrachtet

In der Schweiz gibt es verschiedene Anbieter, die bei der GmbH-Gründung unterstützen. Dazu gehören unter anderem Jurata, Startups.ch, IFJ, Fasoon und NewCo. Aus Kostensicht ist weniger entscheidend, welcher Anbieter am lautesten mit einem Einstiegspreis wirbt. Wichtiger ist, was genau in diesem Preis enthalten ist.

Was im beworbenen Preis enthalten sein kann

Bei Gründungsservices sollte immer zwischen Grundpreis, amtlichen Gebühren und Zusatzleistungen unterschieden werden. Manche Angebote umfassen die Erstellung der Gründungsdokumente, andere zusätzlich die Koordination mit Notariat und Handelsregister. Teilweise sind vergünstigte Angebote an Bedingungen geknüpft, etwa an die Wahl bestimmter Partnerleistungen.

Für einen fairen Vergleich sind diese Fragen zentral:

  • Sind Notariatskosten im Preis enthalten oder separat zu bezahlen?
  • Sind Handelsregistergebühren eingeschlossen?
  • Werden Beglaubigungen zusätzlich berechnet?
  • Ist eine persönliche Beratung enthalten oder nur eine digitale Dokumentenerstellung?
  • Gibt es Bedingungen für einen reduzierten Preis?
  • Welche Kosten entstehen bei Änderungen, Sonderwünschen oder mehreren Gesellschaftern?
  • Wird Unterstützung nach der Gründung angeboten und separat verrechnet?

Konkrete Anbieterpreise sollten nur verwendet werden, wenn sie unmittelbar auf der offiziellen Website des jeweiligen Anbieters geprüft wurden. Preise, Pakete und Bedingungen können sich ändern. Deshalb ist bei älteren Preisangaben Vorsicht angebracht.

Jurata, Startups.ch, IFJ, Fasoon und NewCo im Kostenvergleich

Jurata kann als Gründungsservice bei der GmbH-Gründung unterstützen und nennt für einfache Gründungen eine grobe Orientierung der externen Gründungskosten ohne Stammkapital. Aus Kostensicht ist dabei relevant, welche Leistungen im jeweiligen Angebot enthalten sind und welche Ausgaben zusätzlich entstehen. Interessant ist auch, dass Jurata Unternehmen nicht nur bei der Gründung, sondern auch danach in Bereichen wie Recht, Buchhaltung und Steuern begleiten kann. Für die Gesamtkosten über die ersten Jahre kann dieser Punkt wichtiger sein als ein einzelner Gründungspreis.

Startups.ch, IFJ, Fasoon und NewCo bieten ebenfalls Unterstützung rund um die Gründung an. Bei solchen Plattformen sollten Konsumentinnen und Konsumenten genau prüfen, ob die beworbenen Preise nur die digitale Vorbereitung abdecken oder auch Gebühren Dritter. Besonders wichtig sind die Bedingungen für vergünstigte Gründungen. Ein tiefer Einstiegspreis kann an Partnerangebote, Bankbeziehungen oder andere Voraussetzungen gekoppelt sein.

Ein sinnvoller Kostenvergleich betrachtet deshalb nicht nur die erste Zahl, sondern das gesamte Paket. Eine transparente Offerte zeigt klar, welche Leistungen enthalten sind, welche Gebühren zusätzlich anfallen und was bei Abweichungen vom Standard passiert.

Typische Zusatz- und Folgekosten nach der Gründung

Die Gründung ist nur der Anfang. Nach dem Handelsregistereintrag entstehen laufende Kosten, die für die Gesamtbetrachtung wichtig sind. Eine günstige Gründung bedeutet nicht automatisch, dass die GmbH langfristig besonders günstig geführt werden kann.

Typische Folgekosten sind:

  • Buchhaltung und Jahresabschluss
  • Steuererklärung und Steuerberatung
  • Geschäftskonto und Bankgebühren
  • Versicherungen, etwa Unfallversicherung oder berufliche Vorsorge bei Mitarbeitenden
  • Lohnadministration und Sozialversicherungen
  • Mehrwertsteuer-Abrechnung, falls eine Registrierung nötig ist
  • Verträge, Datenschutzdokumente oder rechtliche Beratung
  • Software für Rechnungen, Buchhaltung oder Personalverwaltung

Gerade bei der Buchhaltung unterschätzen viele den Aufwand. Eine GmbH muss sauber geführt werden, und die Trennung zwischen privatem Geld und Gesellschaftsvermögen ist wichtig. Wer Mitarbeitende beschäftigt, braucht zusätzlich eine korrekte Lohnadministration und muss Sozialversicherungen beachten.

Auch steuerliche Fragen können Kosten verursachen. Dazu gehören die Gewinnsteuer, Kapitalsteuer und je nach Geschäftstätigkeit die Mehrwertsteuer. Die konkrete Belastung hängt vom Kanton, vom Gewinn und von der Struktur des Unternehmens ab.

Angebote richtig beurteilen: Gesamtkosten statt Einstiegspreis

Ein niedriger Gründungspreis wirkt attraktiv, ist aber nur dann wirklich günstig, wenn keine wesentlichen Kosten fehlen. Bei der GmbH-Gründung sollten deshalb alle Bestandteile zusammen betrachtet werden: Stammkapital, externe Gründungskosten, Gebühren, Beratung und laufende Betriebskosten.

Hilfreich ist eine einfache Vergleichslogik. Zuerst wird geprüft, was gesetzlich nötig ist. Danach folgt die Frage, welche Unterstützung gewünscht wird. Zum Schluss werden Zusatzkosten und Folgekosten einbezogen. So entsteht ein realistisches Bild.

Ein gutes Angebot ist nicht zwingend das billigste. Es ist das Angebot, bei dem Preis, enthaltene Leistungen, Transparenz und spätere Unterstützung zur eigenen Situation passen. Wer eine sehr einfache GmbH gründet, benötigt vielleicht weniger Beratung. Wer mehrere Gesellschafter, Investoren oder spezielle Verträge einbindet, sollte eher auf rechtliche und steuerliche Qualität achten.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet eine GmbH-Gründung in der Schweiz ohne Stammkapital?

Für eine einfache GmbH-Gründung können externe Kosten ungefähr im Bereich von CHF 1’500 bis CHF 4’000 liegen. Das ist ein Richtwert ohne Stammkapital und kann je nach Kanton, Anbieter und Komplexität abweichen.

Gehört das Stammkapital von CHF 20’000 zu den Gründungskosten?

Nein, das Stammkapital ist keine Gebühr und gehört nach der Gründung der GmbH. Es muss zwar einbezahlt werden, steht der Gesellschaft danach aber für geschäftliche Zwecke zur Verfügung.

Warum sind manche Gründungsangebote deutlich günstiger als andere?

Günstige Angebote enthalten oft nicht alle Gebühren oder sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Entscheidend ist deshalb, ob Notariat, Handelsregister, Beglaubigungen und Beratung bereits enthalten sind oder zusätzlich bezahlt werden müssen.

Welche Kosten entstehen nach der Gründung einer GmbH?

Nach der Gründung fallen häufig Kosten für Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuern, Versicherungen, Bank, Lohnadministration und Unternehmenssoftware an. Diese laufenden Ausgaben können langfristig wichtiger sein als der reine Gründungspreis.

Lohnt sich ein Gründungsservice für eine einfache GmbH?

Ein Gründungsservice kann sinnvoll sein, wenn die Abläufe effizienter und formale Fehler vermieden werden sollen. Ob es sich lohnt, hängt von Preis, enthaltenen Leistungen und dem eigenen Vorwissen ab.

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